Kapitalanlage: Denkmalschutz

Der große Beschiss mit Immobilienfonds bei Altbausanierungen

Die letzte große Bastion der Kapitalanlage sind Immobilienfonds die sich dem Denkmalschutz verschrieben haben. Tolle Renditen, staatlich garantierte Abschreibungen, langfristig hohe Mieteinnahmen in Innenstädten, ein hoher Verkaufswert des Objekts und kulturhistorische Baudenkmäler werden obendrauf noch vor dem Verfall gerettet. Eine schöne Illusion, denn kaum eine Branche ist abgezockter und verlogener wie die der geschlossenen Immobilienfonds, die ihre Anleger ausnehmen, den Denkmalschutz samt deren höchsten Denkmalschutzbehörde ( Finanzamt ) auf´s Kreuz legen und Unterstützung erhalten sie dabei von Kommunen, deren Innenstädte nur so vor Bruchbuden strotzen. Ein vorprogrammiertes und doppeltes Verlustgeschäft für den Steuerzahler, weil der Staat den grauen Kapitalmarkt nicht im Griff hat und mit diesem Finanzprodukt noch zusätzlich der Mietpreis in astronomische Höhen getrieben wird, die letztendlich die Allgemeinheit über den überhöhten Mietspiegel bezahlen muss.

Gefordert wird dieser Dreck mit einer jährlichen Abschreibung von 9 Prozent, auf 12 Jahre gerechnet holt sich der Investor das Geld bis auf 50 Cent wieder vom Fiskus zurück, vorausgesetzt er kann das Investment von der Steuer absetzen. Kann er dies nicht, so wird er einen Großteil von seiner Kapitaleinlage an den Immobilienfonds verlieren, denn um diesen sind etliche Firmen geschart, die sich kräftig aus dem Topf bedienen.

Altbausanierungen sind teuer und lohnen sich nur für Liebhaber, aber nicht als Investment mit langfristiger Gewinnabsicht. Würde der Anleger sein Geld in die Sanierung samt Kauf stecken und sein eigenes denkmalgeschütztes Gebäude sanieren, würde er Verlust machen. Gibt er aber sein Geld einem Immobilienfonds, aus dem laufend Geld von Firmen abgeschürft wird - die dem Inhaber des Fonds gehören und dazu noch sein Steuerberater eine zweistellige Provision der Investmentsumme für die Vermittlung der Geldanlage erhält, ja dann soll der Investor plötzlich Gewinn mit der selben Altbausanierung machen. Logisch denken und rechnen wäre hier von Vorteil.

Stadtverwaltungen stellen solche Gebäude gerne kurz vor knapp unter Denkmalschutz und verkaufen nicht selten selbst die Immobilie an den Immobilienfonds. Sobald der Deal abgewickelt und die Baugenehmigung erteilt, machen Kommunen einen großen Bogen um die Baumaßnahme, so dass der Inhaber des Fonds und somit der Bauherr, aus einem kulturhistorischen Denkmal, eine billigst sanierte Schrottimmobilie fabrizieren kann. Damit der Kapitalanlagebetrug nicht auffällt, lässt sich so manch Stadtoberhaupt gemeinsam mit dem Bauherren in der Presse ablichten, damit nebst dem verschwundenen Fachwerk, doch wenigstens der Schein einen seriösen Anstrich erhält, denn wenn es in der Zeitung steht, dann kann die Altbausanierung ja nur von Vorteil für die Allgemeinheit gewesen sein.

Das lokale Handwerk profitiert von solch dubiosen Sanierungen, es würde aber deutlich mehr profitieren, wenn es nicht zum pfuschen verdammt wäre, weil das Geld im Topf zu neige geht.

Wird der Immobilienfonds liquidiert, dann muss selbstverständlich noch ein Depp gefunden werden, der den Schrott überteuert abkauft. Findet man ihn nicht, dann wird der Investor abgespeist, was für ihn letztendlich egal ist, denn sein Geld hat er ja wieder vom Finanzamt zurückerhalten. Dies ist zwar ganz etwas anderes wie man ihm bei Vertragsabschluss versprochen hat, aber immerhin konnte er seinen Schaden auf die Allgemeinheit abwälzen. Die Kommune reibt sich die Hände weil Geld in die knappe Gemeindekasse gekommen ist und nach paar Jahren reibt sie sich die Augen, wenn der Pfusch ausgebessert werden muss und der Spass von neuem beginnt. Profitiert hat letztendlich nur der Inhaber des Fonds, weil seine Blutsauger-Firmen für diverse Dienstleistungen das Geld aus dem Immobilienfonds abgesaugt haben, ohne dass er auch nur einen einzigen Cent aus der eigenen Tasche investieren musste.

Fazit: Es gewinnt die Bank und nur die Bank gewinnt.