Datensicherung: Notwendigkeit und Auswahl von Backup-Lösungen

Seien es Fotos und Dokumente auf privaten Rechnern oder sensible Daten auf Unternehmensservern, die digital archivierten Materialien sind zahlreichen Bedrohungen durch Datenverlust ausgesetzt. Viele Anwender wähnen sich in falscher Sicherheit oder vernachlässigen die Datensicherung. Dabei sind die von vielen Nutzern als lästig empfundenen Backups im Zweifelsfalle von höchster Wichtigkeit und für Unternehmen auch von rechtlicher Relevanz.

Die Notwendigkeit des Backups

Datensicherung mit der richtigen Backup SoftwareDatensicherung: Machen Sie regelmäßig ein Backup Nicht nur der unvermeidliche Verschleiß von Festplatten, sondern auch Einflussfaktoren wie Kälte, Hitze, Wasser oder Magnetismus bedrohen die darauf gespeicherten Daten. Hinzu kommen Attacken durch Malware oder, wie vermehrt in den letzten Monaten, Ransomware. Besonders gefährliche Trojaner können gleichfalls sämtliche von Windows automatisch erzeugten Sicherungskopien. In diesem Falle ist eine Wiederherstellung nur noch nach erfolgter Datensicherung möglich. Bleibt ein entsprechendes Backup aus, so droht der Totalverlust der Daten.

Zwar existieren spezialisierte Dienstleister für die Datenrettung. Angesichts der hohen Kosten von oftmals mehreren Tausend Euro sehen die meisten Personen aber davon ab, diese zu beauftragen. Zudem kann niemals garantiert werden, dass sämtliche Daten wiederhergestellt werden.

Hinweise zur Durchführung von Backups

Der Entschluss, regelmäßig Backups anzulegen, ist ein erster Schritt, der aber auch die korrekte Umsetzung erfordert. Ein Vergessen manueller Datensicherung oder die Wahl zu großer Zyklen zwischen der automatischen Sicherung sind Probleme, durch die im Ernstfall wertvolle Daten fehlen. Um keine Lücken in der Datensicherung entstehen zu lassen, kann eine Backup-Automatik eingerichtet werden. Anwender legen zuvor fest, welche Ordner oder Dateien stets aktualisiert werden sollen. Bei vorhandenem Backup-Medium wird der Rest von der automatischen Datensicherung übernommen.

Hinsichtlich der Zeitintervalle zwischen den Datensicherungen gilt, je kürzer die Zeitspanne, desto umfassender der Backup-Schutz. Im Hinblick auf die Sicherheit empfehlen sich daher möglichst viele Backups in kurzen Zeitabständen.

Von Vorteil ist zudem die Nutzung mehrerer Speichermedien, so dass selbst bei Defekt oder Fremdzugriff auf Backup-Medien noch weitere Datenträger mit gesicherten Daten zur Verfügung stehen. Nach jedem Backup bietet es sich an, die Datensicherung zu überprüfen, da sich auch hierbei bereits Fehler zeigen können.

Arten und Auswahl von Backup und Software

Im Rahmen eines Backups legen Anwender Datensätze auf einem Datensicherungsmedium ab, damit die Daten im Verlustfall wieder herstellbar sind. Als Speicherort kommen optische oder physische Medien sowie Clouds zum Einsatz.

Hinsichtlich Datenmenge und Backup-Häufigkeit empfehlen sich verschiedene Datensicherungstypen. Die Volldatensicherung stellt die umfassendste Form von Backup dar. Hierbei werden sämtliche Informationen eines Laufwerks oder ausgewählter Verzeichnisse auf externen Backup-Medien gesichert. Diese Form ist simpler zu erstellen, erfordert jedoch großen Speicherplatz und Zeitaufwand.

Eine andere Form ist die differentielle Datensicherung, deren Grundlage die Volldatenspeicherung bildet. Hierbei wird jedoch nicht bei jeder Datensicherung eine vollständige neue Volldatenspeicherung durchgeführt, sondern die bereits gespeicherte Basis um die jeweils neuen oder veränderten Daten erweitert. Nach einmal erfolgter Hauptsicherung werden also nur noch Teilsicherungen durchgeführt. Diese Variante bedarf deutlich weniger Zeit, nimmt aber viel Speicherplatz in Anspruch.

Anders als bei der differentiellen Datensicherung wird bei der inkrementellen Datensicherung nicht die Gesamtheit sämtlicher zuletzt verwendeter Dateien gesichert. Stattdessen werden nur die faktischen Veränderungen innerhalb der Dateien selbst erfasst, was weniger Speicher beansprucht. Die Wiederherstellung erfordert entsprechend nicht nur die Vollsicherung, sondern alle gespeicherten Inkremente, die vom Anwender als Einzelteile wieder zusammenzusuchen sind.

Bei der Auswahl geeigneter Software ist darauf zu achten, dass sie diese Typen der Datensicherung beherrscht. Bei der Auswahl von Backup-Lösungen empfehlen sich vorherige Online-Vergleiche.

Datensicherungs-Lösungen für Unternehmen und Rechtslage

Gravierender als bei Privatpersonen ist der Datenverlust in Unternehmen. Massive wirtschaftliche Auswirkungen drohen beim Verlust sensibler Informationen. Zudem sind rechtliche Konsequenzen zu befürchten. Pflichten zur Anfertigung von Backups sind Gegenstand der Vorschriften zur ordnungsgemäßen und revisionssicheren Buchführung. Hierbei unterscheidet sich das juristische Regelwerk hinsichtlich der kurzzeitigen Aufbewahrung und der langfristigen Archivierung. Seit 2002 sind die Auflagen zur Archivierung digitaler Daten in Deutschland in den Grundsätzen zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) ausformuliert.